Magnesium-Sauerstoff-Therapie nach Prof. Dr. Elfriede Leniger-Follert

Funktionelle Medizin & Naturheilkunde in Brunnthal

 

Mikrozirkulation als therapeutischer Schwerpunkt

Eine gute Sauerstoffsättigung im Blut bedeutet nicht automatisch, dass jedes Gewebe optimal versorgt wird. Entscheidend ist auch, wie gut das Blut durch die kleinsten Gefäße – die Mikrozirkulation – fließen kann.

Genau hier setzt die Magnesium-Sauerstoff-Therapie nach Prof. Dr. med. Elfriede Leniger-Follert an. Sie entwickelte das Verfahren auf Grundlage ihrer jahrzehntelangen Forschung zur Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung.

Bei der Therapie wird Magnesium langsam intravenös verabreicht, während gleichzeitig Sauerstoff über eine Nasensonde eingeatmet wird. Ziel ist es, kleine Gefäße zu erweitern und damit die Durchblutung des Gewebes zu verbessern.

Warum die Mikrozirkulation so wichtig ist

Die kleinsten Blutgefäße entscheiden wesentlich darüber, wie gut Sauerstoff und Nährstoffe tatsächlich bis in das Gewebe gelangen.

Ist die Mikrozirkulation beeinträchtigt, kann die Versorgung einzelner Gewebe ungünstiger sein, obwohl klassische Messwerte wie Blutdruck oder Sauerstoffsättigung zunächst unauffällig erscheinen.

Veränderungen der Mikrozirkulation spielen bei verschiedenen Erkrankungen eine Rolle und werden unter anderem bei vaskulären Erkrankungen, Diabetes, Migräne sowie nach Infektionen untersucht.

Wie wirkt Magnesium?

Magnesium beeinflusst unter anderem die Erregbarkeit von Muskel- und Nervenzellen und kann eine Erweiterung kleiner Gefäße bewirken.

Prof. Leniger-Follert entwickelte auf Grundlage ihrer experimentellen Arbeiten ein Konzept, bei dem eine definierte intravenöse Magnesiumgabe eingesetzt wird, um die Gefäßmuskulatur der Mikrogefäße zu beeinflussen.

Die ursprünglichen Grundlagenarbeiten untersuchten unter anderem Zusammenhänge zwischen lokaler Sauerstoffversorgung, Kaliumverschiebungen, Gefäßreaktion und Mikrozirkulation.

Die heutige Magnesium-Sauerstoff-Therapie beruht auf diesen physiologischen Beobachtungen und verbindet die Magnesiumgabe mit der gleichzeitigen Sauerstoffatmung.

Die Wärmeantwort – auch diagnostisch interessant

Ein besonderer Aspekt der Therapie ist für mich die unmittelbare Reaktion des Körpers.

Nach der intravenösen Magnesiumgabe berichten viele Menschen innerhalb kurzer Zeit über ein deutliches Wärmegefühl. Diese Wärme kann sich gleichmäßig ausbreiten oder in einzelnen Körperregionen verzögert beziehungsweise zunächst gar nicht wahrgenommen werden.

Ich beobachte deshalb nicht nur, ob eine Wärmeantwort entsteht, sondern auch:

  • wie schnell sie einsetzt,
  • wo sie beginnt,
  • wie sie sich im Körper verteilt,
  • welche Bereiche verzögert reagieren,
  • und wie sich dieses Reaktionsmuster im Verlauf mehrerer Behandlungen verändert.

Diese Beobachtung nutze ich als ergänzende funktionelle Information zur Gefäß- und Mikrozirkulationsreaktion.

Wichtig ist mir die Abgrenzung: Die Wärmeantwort ist kein validierter diagnostischer Test für eine bestimmte Erkrankung und ersetzt keine etablierte medizinische Diagnostik. Sie kann aber zusätzliche Hinweise darauf geben, wie unterschiedlich einzelne Gewebe auf eine Veränderung der Mikrozirkulation reagieren.

Meine persönliche Erfahrung mit der Methode

Ich hatte die Möglichkeit, Prof. Dr. med. Elfriede Leniger-Follert persönlich bei ihrer Arbeit zu begleiten und die Durchführung der Magnesium-Sauerstoff-Therapie unmittelbar bei ihr kennenzulernen.

Dabei konnte ich nicht nur die praktische Durchführung beobachten, sondern auch ihre Überlegungen zur Mikrozirkulation, zur Wärmeantwort und zur individuellen Reaktion der Patientinnen und Patienten direkt nachvollziehen.

Diese persönliche Mitarbeit war für mich besonders wertvoll, weil sich die Methode nicht allein aus einem theoretischen Ablauf erklären lässt. Entscheidend ist auch die genaue Beobachtung der Reaktion während der Behandlung.

 

Bei welchen Beschwerden wird die Therapie eingesetzt?

Prof. Leniger-Follert setzt die Magnesium-Sauerstoff-Therapie seit vielen Jahren bei Erkrankungen ein, bei denen sie eine Beeinträchtigung der Mikrozirkulation vermutet oder beobachtet.

In meiner Praxis kann die Therapie unter anderem bei folgenden Beschwerdebildern in Betracht gezogen werden:

  • Long-/Post-COVID
  • postinfektiöser Erschöpfung
  • ausgewählten Post-Vac-Beschwerden
  • ME/CFS und ausgeprägter Belastungsintoleranz
  • Migräne und wiederkehrenden Kopfschmerzen
  • Durchblutungsstörungen
  • Tinnitus
  • neuropathischen Beschwerden
  • diabetisch bedingten Veränderungen der Mikrozirkulation
  • chronischen Wundheilungsstörungen

Ob die Therapie im individuellen Fall sinnvoll ist, entscheide ich nicht allein anhand einer Diagnose, sondern nach Anamnese, vorhandenen Befunden, möglichen Kontraindikationen und dem Gesamtbild.

Long COVID und Post-Vac

Gerade bei Long COVID wird heute intensiv über Veränderungen der Gefäßfunktion, des Endothels und der Mikrozirkulation diskutiert.

Prof. Leniger-Follert begann 2021, die Magnesium-Sauerstoff-Therapie bei Patienten mit Long COVID sowie bei Beschwerden nach COVID-Impfungen einzusetzen. Ihre Erfahrungen stellte sie 2023 auf der Jahrestagung der Deutschen Physiologischen Gesellschaft in Berlin in Form eines wissenschaftlichen Posters vor.

Diese Beobachtungen sind interessant, stellen jedoch bislang keine große kontrollierte klinische Studie dar. Deshalb sehe ich die Magnesium-Sauerstoff-Therapie bei Long COVID oder Post-Vac als ergänzenden therapeutischen Ansatz, nicht als wissenschaftlich abschließend belegte Standardtherapie.

Was die Forschung zeigt – und was noch offen ist

Prof. Leniger-Follert veröffentlichte bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren wissenschaftliche Arbeiten zur Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung des Gehirns.

Diese Grundlagenarbeiten zeigen, dass Mikrozirkulation und Gewebesauerstoffversorgung dynamisch regulierte Prozesse sind und eng miteinander zusammenhängen.

Die Übertragung dieser Erkenntnisse auf die heutige Magnesium-Sauerstoff-Therapie und insbesondere auf komplexe Erkrankungen wie Long COVID, ME/CFS oder Post-Vac ist dagegen bislang wesentlich weniger umfangreich klinisch untersucht.

Für mich gehört diese Unterscheidung zu einer seriösen Anwendung der Methode: Die physiologische Grundlage ist wissenschaftlich interessant und teilweise gut untersucht, die klinische Evidenz für einzelne Erkrankungen ist jedoch noch begrenzt.

Wissenschaftliche Arbeiten und weiterführende Informationen

Hier können Sie ausgewählte Originalarbeiten von Prof. Dr. Elfriede Leniger-Follert zur Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung sowie ihre Präsentation zur Anwendung bei Long COVID und Post-Vac nachlesen.

[Link zu den wissenschaftlichen Arbeiten]

[Link zum Poster Long COVID/Post-Vac]

Ist die Magnesium-Sauerstoff-Therapie für mich geeignet?

Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Vor Beginn berücksichtige ich vorhandene Befunde, Beschwerden, Medikamente und mögliche Gegenanzeigen.

Die Magnesium-Sauerstoff-Therapie ersetzt keine notwendige ärztliche Diagnostik oder Behandlung, sondern wird von mir als ergänzender Bestandteil eines individuell abgestimmten Therapiekonzeptes eingesetzt.

Die Magnesium-Sauerstofftherapie ist sehr effektiv und kostengünstig. 

Die Kosten liegen bei 20 € pro Sitzung (20 Minuten).