Dr. Helga Rolletschek
Heilprakterin in Brunnthal
Funktionelle Medizin und Naturheilkunde München-Land
Bei vielen chronischen Beschwerden lohnt sich der Blick darauf, wie gut Durchblutung, Sauerstoffversorgung und Regulation funktionieren. Genau hier setzt ein Schwerpunkt meiner Diagnostik und Therapie an.
Genau hinschauen, bevor behandelt wird
Viele Menschen kommen mit einer ganzen Mappe an Befunden in meine Praxis. Blutwerte wurden bestimmt, Untersuchungen durchgeführt, einzelne Auffälligkeiten vielleicht schon abgeklärt – und trotzdem bleibt die Frage: Warum geht es mir nicht gut?
Deshalb beginnt Diagnostik für mich nicht automatisch mit einem neuen Test. Zunächst schaue ich mir genau an, was bereits untersucht wurde. Welche Werte wurden bestimmt? Wie haben sie sich im Verlauf verändert? Gibt es Befunde, die zwar noch im Referenzbereich liegen, im Zusammenhang mit den Beschwerden aber trotzdem interessant sein könnten? Und welche wichtigen Informationen fehlen möglicherweise noch?
Vorhandene Befunde richtig einordnen
Zum ersten Termin können vorhandene Laborwerte, Arztberichte, Medikamentenpläne und frühere Untersuchungsergebnisse gerne mitgebracht werden. Ich nehme mir Zeit, diese Befunde im Zusammenhang mit der Krankengeschichte und den aktuellen Beschwerden zu betrachten.
Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele zusätzliche Werte bestimmen zu lassen. Weitere Untersuchungen sollten eine konkrete Frage beantworten.
Je nach Beschwerdebild können deshalb zusätzliche Blutuntersuchungen sinnvoll sein, zum Beispiel zur Beurteilung von:
- Blutbild und Eisenstoffwechsel
- Blutzucker- und Insulinregulation
- Schilddrüsenfunktion
- Mikronährstoffversorgung
- Entzündungsparametern
- Leber- und Nierenstoffwechsel
- Fettstoffwechsel
- ausgewählten hormonellen Fragestellungen
Welche Parameter tatsächlich sinnvoll sind, entscheide ich individuell anhand von Beschwerden, Vorgeschichte und bereits vorhandenen Befunden.
Mikrozirkulation und Gefäßreaktion
Ein besonderer Schwerpunkt meiner Praxis liegt auf der Mikrozirkulation. Denn eine normale Sauerstoffsättigung oder ein unauffälliger Blutdruck sagt noch nicht automatisch, wie gut die Durchblutung bis in die kleinen Gefäße reguliert wird.
Im Rahmen der Magnesium-Sauerstoff-Therapie nach Prof. Leniger-Follert beobachte ich deshalb auch die individuelle Reaktion auf die intravenöse Magnesiumgabe in Verbindung mit Sauerstoff.
Magnesium führt zu einer Erweiterung kleiner Gefäße. Bei vielen Menschen entsteht daraufhin innerhalb kurzer Zeit ein deutliches Wärmegefühl. Geschwindigkeit, Stärke und Verteilung dieser Wärmeantwort können individuell sehr unterschiedlich sein.
Ich nutze diese Reaktion als ergänzende funktionelle Beobachtung der Gefäß- und Mikrozirkulationsregulation und dokumentiere, wie sich die Reaktion im Verlauf verändert.
Wichtig ist dabei: Die Wärmeantwort ist kein alleiniger diagnostischer Nachweis einer bestimmten Erkrankung und ersetzt keine etablierte medizinische Diagnostik. Sie liefert mir jedoch zusätzliche Informationen darüber, wie der Organismus auf eine gezielte Veränderung der Mikrozirkulation reagiert.
Diagnostik richtet sich nach der Fragestellung
Bei Darmbeschwerden braucht es andere Untersuchungen als bei Post-COVID, Migräne, ausgeprägter Erschöpfung oder hormonellen Beschwerden. Deshalb gibt es in meiner Praxis kein starres Laborpaket, das jeder Patient durchläuft.
Je nach Situation können weitere Untersuchungen hinzukommen, beispielsweise aus den Bereichen:
Darm und Verdauung
Stuhluntersuchungen, Entzündungsmarker und ausgewählte Parameter zur Beurteilung von Verdauung und Darmmilieu.
Hormone
Gezielte hormonelle Diagnostik, wenn Beschwerden und Lebensphase dafür sprechen.
Vegetatives Nervensystem und Kreislauf
Funktionsuntersuchungen, beispielsweise zur orthostatischen Regulation und bei Hinweisen auf eine Dysautonomie.
Nährstoff- und Energiestoffwechsel
Laborparameter werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Ernährung, Medikamenten, Beschwerden und Stoffwechselsituation eingeordnet.
Nicht jeder auffällige Wert ist eine Diagnose
Laborwerte sind ein Teil des Gesamtbildes. Ein einzelner Marker erklärt selten komplexe chronische Beschwerden, und auch ein Wert außerhalb des Referenzbereichs muss nicht automatisch die Ursache eines Symptoms sein.
Umgekehrt bedeutet „alles im Normbereich“ nicht zwangsläufig, dass keine relevante Regulationsstörung vorliegt.
Deshalb verbinde ich Anamnese, vorhandene medizinische Befunde, gezielt ausgewählte Laboruntersuchungen und – wo sinnvoll – ergänzende funktionelle Verfahren miteinander.
Das Ziel ist nicht möglichst viel Diagnostik.
Das Ziel ist, die richtigen Fragen zu stellen.